Türen auf mit der Maus: Kleine Wunder und große Neugier am Fraunhofer IME

Eine Raupe vorsichtig auf der Hand halten, mit einer VR-Brille neue Perspektiven entdecken und Forschenden Fragen stellen: Beim Aktionstag „Türen auf mit der Maus“ am Fraunhofer IME in Gießen gab es viel zu erleben. Unter dem Motto „Kleine Wunder“ konnten Kinder und ihre Familien am 3. Oktober 2026 hinter die Kulissen unserer Arbeit schauen. Fünf Mitmachstationen luden dazu ein, selbst zu experimentieren und die Welt der Insekten, Mikroorganismen und Naturstoffe kennenzulernen. Mehr zum Aktionstag am Fraunhofer IME.

Auch wir waren dabei und haben unser Raupenmodell Manduca mitgebracht. Hinter diesem Namen steckt der Tabakschwärmer, wissenschaftlich Manduca sexta. Seine Raupen nutzen wir als Modellorganismen: An ihnen untersuchen wir biologische Vorgänge und die Wirkung verschiedener Substanzen auf den Körper. Beim Maus-Türöffner-Tag konnten die Kinder diese Tiere kennenlernen und erfahren, warum eine Raupe spannende Forschungsfragen aufwirft.

Mithilfe unserer MikroCT-Aufnahmen ermöglichten wir einen Blick ins Innere der Tiere. Die Mikro-Computertomographie liefert mit Röntgenstrahlen detaillierte, dreidimensionale Bilder von Körperstrukturen. Für den Aktionstag machten wir unsere Forschungsdaten auf zwei Wegen erlebbar: als 3D-Druck zum Anfassen und als räumliche Darstellung in der virtuellen Realität. So konnten die Kinder Strukturen entdecken, die beim bloßen Betrachten einer Raupe verborgen bleiben.

Die Verbindung zu den lebenden Tieren gab es an unserem zweiten Stand. Dort zeigte Stefan Schmidt den gesamten Lebenszyklus der Manducas: vom winzigen Ei über die Raupe und die Puppe bis zur ausgewachsenen Motte. Die verschiedenen Entwicklungsstadien direkt nebeneinander zu sehen, machte die Verwandlung anschaulich. Und wer wollte, konnte eine Raupe vorsichtig auf der Hand halten und aus nächster Nähe beobachten.

Unsere Forschung hat dabei auch ein Ziel, das über die Faszination für diese Tiere hinausgeht: Wir möchten dazu beitragen, dem Insektensterben entgegenzuwirken. Mit unserem Raupenmodell und modernen bildgebenden Verfahren untersuchen wir, wie Wirkstoffe auf Insekten wirken und welche Veränderungen sie im Körper auslösen. Dieses Wissen soll helfen, Risiken von Pestiziden besser zu erkennen und die Entwicklung verträglicherer Pflanzenschutzmittel zu unterstützen – insbesondere für Insekten, die durch die Anwendung nicht geschädigt werden sollen. Damit wollen wir dazu beitragen, Pflanzenschutz und Insektenschutz besser miteinander zu vereinbaren. Mehr über unser Raupenmodell und unsere Bildgebung.

Ein ganz besonders herzliches Dankeschön geht an Jessica Steibart, die die VR-Station mit viel Engagement betreut und die Kinder bei ihren virtuellen Entdeckungen begleitet hat. Ebenso danke ich Stefan Schmidt für seinen Einsatz am Manduca-Stand und dafür, dass er den Lebenszyklus unserer Raupen so anschaulich vermittelt hat!
Für mich bleiben vor allem die Neugier der Kinder, ihre vielen Fragen und die Freude am Ausprobieren in Erinnerung. Es war schön, unsere Forschung mit ihnen zu teilen und gemeinsam zu staunen. Genau diese Begegnungen machen „Türen auf mit der Maus“ zu einem besonderen Tag.

Vielen Dank an das Organisationsteam, alle Mitwirkenden und die kleinen und großen Gäste, die diesen Tag mit Leben gefüllt haben!





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